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Fahrrad–Codierung – Ein wirksamer Schutz vor Fahrraddiebstahl

Wozu Fahrradcodierung?

Wer sein Fahrrad codieren lässt, macht Langfingern das Leben schwer. Denn ohne Eigentumsnachweis kommen sie mit dem zweirädrigen Diebesgut nicht weit: Die Codierung zeigt sofort, wer der Eigentümer des geklauten Rads ist. Die Codierung erschwert also mehr als nur den Weiterverkauf, insbesondere den über Flohmärkte oder via Internet.

Der Verkaufswert des Diebesguts sinkt erheblich, während der Grad der Abschreckung und die Hemmschwelle für potenzielle Diebe steigt. Eine Codierung kann, wie die bisherige Erfahrung lehrt, die Zahl der Diebstähle also deutlich senken und die Aufklärungsquote erhöhen.

Das Prinzip basiert auf einem von der Polizei entwickeltes und perfektionierten Codierverfahren: Eine Graviermaschine oder ein spezieller Aufkleber verewigt auf dem Rahmen des Fahrrads einen Code, der aus einer individuellen Ziffern– und Buchstabenkombination besteht. Sie setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer, sowie den Eigentümer–Initialen, meist noch ergänzt durch die zweistellige aktuelle Jahreszahl.

Der Vorteil: Polizei oder Fundbüro erkennen anhand des Codes sofort den Eigentümer des Fahrrads und können ihn im Falle eines Diebstahls informieren – ohne Rückgriff auf Datenbanken. Die Rahmennummer allein gibt nicht genügend Informationen. Sie wird vom Hersteller ohne erkennbares System eingestanzt – mit Dopplungen und ohne zentrale Nummernkartei. 90 Prozent aller aufgefundenen Räder finden trotz Rahmennummer nicht mehr zu ihrem Eigentümer zurück, weil dieser sein Rad nicht eindeutig beschreiben kann. Hier schafft die Fahrradcodierung Abhilfe – am besten in Verbindung mit einem bundeseinheitlichen Fahrradpass. Übrigens kann der Code auf Ihren anderen Wertgegenständen eingesetzt werden.

Wie kommt der Code ins Fahrrad?

Gravurcodierung am Fahrrad anbringen

Bei der Gravurcodierung wird der Code mit einem spanabhebenden Verfahren 0,1 bis 0,2 Millimeter tief in das Metall des Fahrradrahmens eingraviert. Ein Aufkleber mit Sichtfenster verhindert die Korrosion. Bei der Klebecodierung wird ein spezielles Etikett verwendet, das besonders gegen unbefugtes Ablösen gesichert ist. Die Codierung wird auf der rechten Seite des Sattelrohrs angebracht, bei der Klebecodierung möglichst auch noch an anderer Stelle. Polizei und Fahrradhändler achten besonders auf diese Stellen, ein Überkleben des Codes durch den Dieb fällt dadurch schnell auf.

Die Gravur und die Rahmenstabilität

Gravur mit Aufkleber umrahmen

Manche Radler befürchten, der Rahmen ihres Fahrrades könnte durch die Gravurcodierung bruchanfällig werden. Doch diese Sorge ist unbegründet! Die Technische Universität Aachen stellt in einem Gutachten fest, dass eine Gravurtiefe von bis zu 0,2 Millimetern bei einem Aluminium- oder Stahlrohrrahmen keine Beeinträchtigung für die Rahmenstabilität bedeutet.

Welche Codierung für welches Fahrrad?

Klebecodierung

Rahmen aus Carbon und ultraleichte Rennradrahmen eignen sich nicht für die Gravur. Sehr kleine Kinderrahmen, aber auch die in Mode gekommenen Sonderformen sind mit den gebräuchlichen Gravurgeräten häufig nicht oder nur mit erheblichem Mehraufwand zu codieren. Hier bietet sich die Klebecodierung an.

Was benötige ich zur Fahrradcodierung?

Die folgenden Dinge sind zu einer Fahrradcodierung mitzubringen: Das eigene Fahrrad.

Ein Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass).

Ein Eigentumsnachweis (Kaufvertrag, Rechnung, Quittung) für das Fahrrad.

Etwas Zeit, da die eigentliche Codierung des Fahrrads zwischen zehn und 15 Minuten dauert.

Was ist, wenn ich umziehe?

Ein möglicher Umzug ist kein Argument gegen die Fahrradcodierung: Anhand der alten Adresse kann das Einwohnermeldeamt den aktuellen Wohnsitz schnell feststellen. Wer viel umzieht, kann auch seinen festen Zweitwohnsitz (beispielsweise den der Eltern) für die Codierung verwenden.

Was ist, wenn ich mein Fahrrad verkaufen will?

Wer sein codiertes Fahrrad verkaufen will, sollte mit dem Käufer einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen und ihm die Codierpapiere überlassen. Der ADFC bietet hierzu einen Muster–Kaufvertrag zum Download an.

Wechselt das Rad seinen Besitzer, ist auch ein neues Codieren möglich, aber nicht wirklich erforderlich. Der Besitzer bringt einfach den Kaufvertrag für das Fahrrad mit, die alte Codierung wird gestrichen und durch eine neue ersetzt.

Wer codiert das Fahrrad und wie viel kostet es?

Der ADFC Erfurt codiert regelmäßig am dritten Mittwoch im Monat (April bis September) von 18.00 bis 20.00 Uhr vor dem *Radhaus/ Fahrradstation in der Bahnhofstrasse 22. Der Preis beträgt 10,00 € (für Mitglieder 3,00 €).

In Thüringen codieren verschiedene Fahrradhändler, der ADFC oder die Polizei. Auf der Internetseite des ADFC (www.adfc.de) ist unter dem Thema Fahrradcodierung eine Liste von Anbietern zu finden.

© ADFC EF 2012

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